Hochzeitsglocken?

Veröffentlicht auf von Mordu

eheIch war bisher noch nicht verheiratet. Ich muss aber gestehen, es gab Momente in denen ich ernsthaft darüber nachgedacht hatte, diesen Schritt zu vollziehen. Aber irgendwie kam es nie dazu. In letzter Zeit höre ich über viele Paare die ich kenne, dass sie sich nun nach nur wenigen Jahren oder sogar Monaten scheiden lassen. Da frage ich mich doch, ob die Ehe wirklich das richtige ist oder ob nicht eine sogenannte "wilde Ehe", also eine Lebensgemeinschaft ohne Trauschein, viel geschickter wäre.

Mich selbst hat der Gedanke immer fasziniert verheiratet zu sein. Ich stellte mir immer vor, wie das wohl wäre und wie bei den meisten Träumereien, waren meine Vorstellungen stets positiver Natur. Die Realität sieht aber wahrscheinlich ganz anders aus. Ein junges Ehepaar, die ich beide schon sehr lange kenne und die nun getrennte Wege gehen, waren vor ihrer Eheschliessung bereits seit etwa 5 Jahren ein Paar. Sie wirkten immer glücklich und zufrieden. Man hätte auch nach 5 Jahren meinen können, sie hätten erst vor kurzem zusammengefunden. Anscheinend haben die beiden alles richtig gemacht. Und dann kam die Ehe und nach wenigen Monaten ist alles aus. Ein Zufall?


Was ändert sich in einer Ehe? Ich meine, wenn es schon vorher nicht einwandfrei läuft, dann kann es in der Ehe nicht unbedingt besser werden oder? Aber wenn sogar erfolgreiche Paare nach dem eingehen des "Ewigen Bundes" plötzlich getrennte Wege gehen, macht mir das persönlich doch schon etwas Angst.

Doch was ist eigentlich die Ehe? Gegenseitige Freiheitsberaubung in beiderseitigem Einvernehmen? Oder doch eher ein Versuch, zu zweit wenigstens halb so glücklich zu werden, wie man allein gewesen ist? Warum läuft bei vielen alles aus dem Ruder, nachdem sie sich gegenseitig das Ja-Wort gegeben haben? Ist der Einsatz plötzlich viel höher als in  einer normalen Partnerschaft? Und wer trägt meist die Schuld? Männer oder Frauen?

ehe_motiv.pngDer chinesische Schrifsteller Lin Yu-tang hat einmal geschrieben: Jede Frau, die eine Ehe eingeht, fährt mit der Erschaffung des Mannes dort fort, wo Gott aufgehört hat. Bedeutet für mich, wir Männer müssen also erzogen werden. Jedoch hat Alfred Hitchcock einmal gesagt: Richtig verheiratet ist erst der Mann, der jedes Wort versteht, das seine Frau nicht gesagt hat. Das heißt dann wohl, ich muss Gedankenleser werden. Irgendwie machen wir Männer wieder einmal keinen guten Schnitt bei diesem Thema. Sind wir wirklich so unerträglich in einer Ehe? Wissen Frauen denn nicht, dass der Mann ansich ein großes Kind ist? Gut, er muss sich rasieren und der Strampelanzug passt auch nicht mehr richtig, aber ansonsten behalten wir ja unsere Verspieltheit.

Ich selbst liebe es, meiner Partnerin Streiche zu spielen oder sie auch mal grundlos zu veräppeln. Natürlich alles in Maßen und auch alles zu seiner Zeit. Sowas lockert die Stimmung auf und der Humor in der Beziehung kommt nicht zu kurz. Muss ich jetzt Angst haben, dass meine Streiche nicht Ehetauglich sind? Wird mir meine zukünftige Frau versuchen, diese Angewohnheit abzugewöhnen, weil es sich ab einem gewissen Alter nicht mehr gehört? Was macht mich denn zu einem guten Ehemann? Treue, Verlässlichkeit, Fürsorge,... alles Eigenschaften die auch in einer normalen Partnerschaft wichtig sind. Was also ist das Geheimnis einer erfolgreichen Ehe?

Der französische Regisseur Max Ophüls hat einmal gesagt: Es ist das Geheimnis einer guten Ehe, dass einer Serienaufführung immer wieder Premierenstimmung gegeben wird. Das klingt nicht gerade einfach, aber auch nicht unmöglich. Je mehr ich darüber nachdenke, umso mehr Sorgen mache ich mir, dass ich jemals eine erfolgreiche Ehe erleben werde. Aber mit etwas Glück, werde ich eine Frau heiraten, die sich genauso viele Gedanken darüber macht, wie sie die Ehe stets auf der Sonnenseite hält - genau wie ich es tue. Aber...kann man wirklich Vertrauen zu einer Frau haben, die einen selber zum Mann nimmt?


In diesem Sinne... wer fängt den Brautstrauß?

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Veröffentlicht in Beziehungsweise

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