Ganz eigene Wege

Veröffentlicht auf von Mordu


new-years-party.jpgEs liegt schon etwas zurück, seit ich mich das letzte Mal in mitten einer großen Gruppe von Menschen befand, die ich als meine Freunde ansah. Wenn ich genauer darüber nachdenke liegt es schon sehr lange zurück. Damals lag unser Hauptinteresse beim gemeinsamen Feiern in Pubs und natürlich auch auf Festen.

Wir waren alle sehr harmonisch eingestellt. Diskussionen gab es nur, wenn mal zwei zu tief ins Glas geschaut hatten und verschiedener Ansichten waren. Am nächsten Morgen hat man von dieser Hitzkopf-Diskussion nichts mehr gespürt. Wir waren schliesslich Freunde, da gehört sowas dazu.

Hätte uns damals jemand prophezeiht, dass wir mal alle komplett getrennte Wege gehen werden und sogar die Freundschaften zwischen einigen von uns zerbrechen, hätten wir denjenigen wohl eher ausgelacht und noch ein Bier spendiert.

Wie definiert man Freundschaft? Ich habe in den letzten Jahren oft die Erfahrung gemacht, dass viele Menschen ein völlig falsches Bild von Freundschaft haben. Viele glauben, dass ein Freund stets bereit stehen muss oder auch, dass die Hilfsbereitschaft in einer Freundschaft, nur in eine Richtung funktioniert.

Für mich selbst bedeutet Freundschaft, auf der sogenannten "gleichen Welle" zu schwimmen. Ein Freund muss für mich nicht unbedingt die gleichen Interessen haben. Auch muss er nicht immer meiner Meinung sein. Er sollte sie allerdings akzeptieren, so wie ich das auch bei ihm tue. Ein guter Freund muss auch nicht täglich bei mir auf der Matte stehen. Er kann sogar in einer  völlig anderen Stadt wohnen. Und er kann auch ein anderes Geschlecht haben oder lieben. Sowas ist mir persönlich völlig gleich.

Eine Freundschaft entwickelt sich, wenn man sie pflegt. Fast jeder weiss, wie schnell so etwas zerbrechen kann. Manchmal reicht eine völlig belanglose Bemerkung, um daraus ernste Streitereien entstehen zu lassen. Wichtig hierbei ist, wie man danach miteinander umgeht. Auch gute Freunde können mal streiten - nur sehen sie darüber anschliessend hinweg. Im Idealfall kommt es zwischen Freunden erst gar nicht zum Streit.

Bei uns damals half nichts mehr. Die Wege gingen auseinander und jeder ist nun auf seinem ganz eigenen Weg mit neuen Bekanntschaften unterwegs. Mich selbst hat es, wie schon bekannt, nach Karlsruhe verschlagen. Ich bin  immernoch sehr froh darüber und genieße meine Zeit hier in Baden-Württemberg. Neue Freundschaften sind auch schon gegründet und wie ich mich kenne, wird es auch bald wieder einen Grund zum feiern geben.

In diesem Sinne... Ein bißchen Freundschaft ist mir mehr wert als die Bewunderung der ganzen Welt.

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